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USCHI GRIESHABER

FORUM SOZIALSTATION online - Nachrichten aus der Pflege

24.01.2012

Professoren fordern Pflegebildungsgipfel

(jf) Die Sprecher der drei deutschen Pflegeforschungsverbünde haben an die politisch Verantwortlichen appelliert, die von der Europäischen Kommission geforderte zwölfjährige Allgemeinbildung als Zugangsvoraussetzung zur Pflegeausbildung als Chance zu begreifen. Nur so könne es gelingen, die großen Herausforderungen der Pflege anzugehen, die in der "Agenda Pflegeforschung 2020" aufgeführt seien. Die Experten fordern einen Pflegebildungs‐Gipfel, bei dem die gestiegenen Anforderungen an die Pflege, die entsprechenden Qualifikationswege, die Arbeitsbedingungen und die Anerkennung der Pflege von Vertretern der Gesellschaft, der Einrichtungen und vor allem der Sachverständigen und der Pflegebedürftigen erörtert werden.

 

Unterzeichnet ist der Appell von den Professoren Johann Behrens (Universität Halle‐Wittenberg), Stefan Görres (Universität Bremen) und Doris Schaeffer (Universität Bielefeld). Nachdrücklich wenden sich die Wissenschaftler gegen die Auffassung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), es komme mehr auf die soziale Kompetenz als auf ein oder zwei Jahre mehr Schulzeit an. Dies sei eine falsche Alternative. Auch bei psychologischen Psychotherapeuten und vielen anderen Berufen sei soziale Kompetenz entscheidend, ohne dass deshalb für sie eine nur zehnjährige Schulzeit als ausreichend gefordert werde. Gesundheits‐ und Krankenpfleger/‐innen und Altenpfleger/‐innen hätten eine enorme individuelle Verantwortung bei ihren pflegerischen und therapeutischen Leistungen und Beratungen. Pflegefehler seien anders als in anderen Sektoren oft nicht wieder gut zu machen.

 

Die Tätigkeiten verlangten Sprach‐ einschließlich weitreichender Fremdsprachenkenntnisse und vertiefte methodische und soziale Kompetenzen, die in Deutschland das Ziel des Abiturs seien, heißt es weiter. Dass der Gesundheitsminister den Erwerb sozialer Kompetenz und den Besuch der Oberstufe deutscher Schulen gegen einander setze, offenbare eine schlechte Meinung über deutsche allgemeinbildende Schulen. In den Krankenhäusern nehme die Zahl der Gesundheits‐ und Krankenpfleger seit Jahren ab, während immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit gemäß den wissenschaftlichen Fortschritten zu pflegen seien. In der ambulanten Pflege und generell in der Altenpflege stiegen demographisch bedingt die Anteile der schwer und der schwerst Pflegebedürftigen mit demenziellen Erkrankungen, die alle einen Anspruch auf gute rehabilitative und präventive Pflege hätten.

 

 



© GRIESHABER Redaktion + Medien, Bonn

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