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FORUM SOZIALSTATION online - Nachrichten aus der Pflege

08.02.2012

Bahr wirbt für selbstorganisierte Pflege-Wohngruppen

(jf) Die Erläuterungen von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zur geplanten Förderung von selbstorganisierten Wohngruppen durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz finden ein unterschiedliches Echo. Für derzeit schon bestehende Altenwohngemeinschaften sei die Initiative sehr positiv, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. Der Vorschlag könne jedoch kein Ersatz für die notwendige umfassende Pflegereform sein. Auch in den Heimen gebe es einen großen Reform- und Finanzbedarf.

Diakonie-Präsident Johannes Stockmeier begrüßte Bahrs Pläne, bemängelte jedoch das Fehlen einer Regelung zur Beratung und Unterstützung bei der Gründung von Pflege-Wohngruppen. Auch er mahnte zusätzliche Reformmaßnahmen im stationären Sektor an.

 

Bahr hatte zuvor in einem Zeitungsinterview („Bild") darauf hingewiesen, dass nach dem geplanten Gesetz ab 2013 in ambulant betreuten Pflege-WGs für jedem Pflegebedürftigen 200 Euro monatlich zusätzlich für eine „Präsenzkraft" zur Verfügung stehen sollen. Vorausgesetzt wird, dass es sich „um ein gemeinschaftliches Wohnen von regelmäßig mindestens drei Pflegebedürftigen zum Zwecke der gemeinschaftlich organisierten pflegerischen Versorgung in einer gemeinsamen Wohnung oder einem Haus mit häuslicher pflegerischer Versorgung handelt" (neuer § 38a SGB XI). Verwandte oder Verschwägerte sollen die Aufgabe der Präsenzkraft nicht übernehmen dürfen. Neben der Zusatzleistung sollen wie bisher ambulante Sachleistungen in Anspruch genommen werden können. Professionelle Pflegedienste können nach dem Gesetzentwurf neben der pflegerischen Betreuung auch zusätzlich die Verwaltungsaufgaben einer Präsenzkraft übernehmen.

 

Darüber hinaus wies der Minister darauf hin, dass Pflegebedürftige als Anschubfinanzierung zur Förderung neuer Wohngruppen ein Zuschuss zur altersgerechten Umgestaltung der gemeinsamen Wohnung einen einmaligen Betrag von 2.500 Euro erhalten sollen, begrenzt auf 10.000 Euro je Wohngruppe (neuer § 45e SGB XI). Hierfür sollen Fördermittel von insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung stehen. 15 Millionen Euro sollen nach dem Gesetzentwurf für wissenschaftliche Begleitforschung zur Weiterentwicklung und Förderung neuer Wohnformen ausgegeben werden.

 

 



© GRIESHABER Redaktion + Medien, Bonn
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